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Ingeborg Lüscher, Die andere Seite, 2011 (Filmstill) © Ingeborg Lüscher

Ingeborg Lüscher

Die andere Seite.
The Other Side.
Israel / Palästina
Dreikanal-Videoinstallation HD, 30'20" Loop, 2011
11. Juli 2012 - 6. Januar 2013

Denke wer du bist, deinen Namen, deine Herkunft.
Denke was die andere Seite dir angetan hat.
Denke kannst du das vergeben.

Mit diesen Aufforderungen suchte Ingeborg Lüscher fünfzehn Palästinenserinnen und Palästinenser und vierzehn Israelis in Großstädten, Dörfern und Flüchtlingslagern auf und filmte ihr Nachdenken. Alle hatten geliebte Angehörige durch die Auseinandersetzungen verloren. "Das Nachdenken ist stumm und überaus beredt. Es gibt dann und wann leise Gesten, Mundbewegungen, ein Kopfschütteln, die ahnen lassen, wie viel Sprache sich in der Sprachlosigkeit versteckt. Es sind diese Gesichter, ihr rhythmisches Erscheinen und Verblassen, die die Erzählung erzählen", schreibt Hans-Joachim Müller. In ergreifenden tonlosen Schwarzweißbildern zeigt Ingeborg Lüscher die Gesichter der Befragten.
Die Arbeit ist den toten Opfern beider Seiten gewidmet. Sie steht außerhalb der historischen und politischen Bedingungen und lässt den Betrachter zusammen mit dem in den angrenzenden Räumen gezeigten Werk "Die Toten" von Hans-Peter Feldmann innehalten und über das ganz Private des Todes reflektieren.

Kuratiert von Britta Schmitz, Kuratorische Assistenz: Miriam Halwani